Heute hält sich das Frühaufstehen im Grenzen. Um den Blog vom ersten Tag fertigzustellen, es wurde gestern Abend doch etwas länger als geplant, brauche ich noch wenige Minuten. Aber die halbe Stunde hat sich gelohnt. Ich bin mit dem Resultat sehr zufrieden. Wenn du magst, kannst du ihn ja noch lesen.
Wahrscheinlich hat die Frühstücksfee diesen Einsatz wohl gespürt. Sie hat mir meinen Cappuccino nämlich mit ganz viel Liebe zubereitet.

Heute ist unser Fahrer Radi ein weiteres mal gefordert. Ich habe einen Ausflug nach Prizren vorgegeben. Dazu wird noch eine Offroad-Strecke beim Abstecher zu den Mirusha-Wasserfällen eingebaut. Darum heisst es: Morgenessen um acht, Abfahrt um neun. Und das klappt auch. Nach knapp eineinhalb Stunden erreichen wir diese ominöse Offroad-Strecke und dies ohne eine Schildkröte in Gefahr zu bringen (siehe Blog vom September 23). So wie es aber ausschaut, wurde die Strasse minim verbessert, so dass Radi seine guten Fahrtechniken nicht vollumfänglich abrufen muss. Noch zwei drei Schritte laufen, und wir stehen vor dem Becken der Wasserfälle. Ich schaue die Wände hoch, und frage mich, wie ich dies das letzte Mal alles bewältigen konnte (siehe Blog vom September 23 mit mehr Bildern und mehr Texten, einfach hier klicken).
Nach einer kurzen Rauchpause (bäh, Witz), nehmen wir noch das Teilstück nach Prizren unter die Räder. Unser Fahrer, habe ich schon gesagt, dass es der Radi ist?, ist bei der Parkplatzsuche leicht gefordert. Aber er wurde fündig, und an dieser Stelle kann ich auch schon erwähnen, dass wir das Auto später problemlos wieder gefunden haben.
Dem Fluss entlang hoch Richtung Steinbrücke, wo wir unsere (meine) Saufkumpanen von gestern wieder treffen. Und wir stellen fest, dass hier bei der Steinbrücke auch eine sogenannte Bridge bestens angebracht wäre. Meine fleissigen Blogleser wissen in der Zwischenzeit auch Bescheid, was eine solche Bridge ist.
Überschattet wird diese ansonsten friedliche Geschichte von einem dramatischen Zwischenfall. Bei meinem Toilettenbesuch wurde ich durch eine kleine Unaufmerksamkeit meinerseits in der Toilette eingeschlossen. Da kein Türgriff auf der Innenseite der Tür ist, kann ich sie nicht mehr öffnen. Was macht der so gefangene Scheisser in dieser Situation? Er bietet Freund und Helfer und auch den psychologischen Dienst auf, man weiss ja nicht ob ich da nicht ein ganz schlimmes Trauma davontragen werde. (Und um böse, zynische und erniedrigende Kommentare zu unterbinden, fasse ich aber ins Auge, die Kommentarspalte für diesen heutigen Blogeintrag aus zu schalten).
Aber die Sache wird bekanntlich nie so heiss gegessen wie sie gekocht wurde (wenn denn einer überhaupt davon essen will). Ein kräftiger Tritt vom Kellner an die Tür und ich bin wieder Frei, und somit das was ich eigentlich immer bin.
Von der feinen Mahlzeit gestärkt, machen wir uns auf den 750 Meter langen Weg hoch zur Burg. Gefühlt sind es auch mindestens so viele Höhenmeter, aber das Gros der Truppe erreicht die Mauern der Festung mühelos.
Klick, klick und die Bilder für den Blog sind im Kasten. Es geht zurück zum Auto. Nicht, ohne dazwischen noch einen Trinkhalt einzulegen.
Danach lenkt Radi unsere Limousine zügig zurück nach Pristina. Bereit, um uns bei einem feinen Nachtessen auf den morgigen Tag vorzubereiten.
Besammlung vor dem Hotel um halb acht. Wir marschieren kurz um den Block und entscheiden uns nach dem Verfahren 'da sieht es noch gut aus' für eines der Restaurants. Die Fleischplatte hat es uns da angetan. Nebst zwei Einzelmenus finden sich die benötigten vier hungrige Mäuler und die Platte wird sogleich bestellt, und natürlich gehört dazu auch ein schmackhafter Starter. Heute ohne Bilder, weil: gestern schon vorgestellt und heute zu gierig danach gegriffen wurde, so dass keine Zeit blieb um einigermassen sich gut präsentierende Fotos zu schiessen.
Aber dieses Fleischding war dann riesig. Gefüllt mit verschiedenen gebratenen Fleischsorten, liess sie uns da hemmungslos zuschlagen. Und der Fakt, dass noch einige Stücke übrig blieben, und dass Reis und Bratkartoffeln erst zum Vorschein kamen, als mein Bauch schon prallvoll war, sagt doch einiges über die Fleischmenge aus.
So gefüllt, schreit es einfach nur so nach einem Absacker. Und den gönnen wir uns auch. Ob Quitten- oder Williams-Birnen-Schnaps, er hat definitiv geholfen.
Auf dem Rückweg zum Hotel spüren wir, dass wir für das Spiel noch nicht ganz bereit sind, darum gibt es zum Abschluss dieses Tages nochmal etwas Gutes zum Trinken.
Prost, und Gute Nacht.














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Radi (Dienstag, 18 November 2025 07:50)
Sehr cool Ruedi. Schön, dass Du wieder der freie Frei bist.